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Die Geschichte

Caorle » Kultur

Campanile e Duomo 

 

 

 Caorle ist eine sehr alte Stadt (Bild n. 8). Der Beginn der aufgezeichneten Geschichte geht auf die Römerzeit zurück. Doch archäologische Funde, datierbar zwischen dem vierzehnten und dem zwölften Jahrhundert vor Christus (mittleren und späten Bronzezeit) und aus San Gaetano stammend, einer ländlichen Kleinstadt ca. 5 km vom Zentrum Caorles entfernt, zeugen von der Existenz eines noch älteren Dorfes. Jüngste Ausgrabungen haben Töpferarbeiten, eine bronzene Axt und andere Gegenstände ans Licht gebracht, wie auch einen Kamm aus Knochen, von Archäologen von großem Wert geschätzt. Ein weiterer Fund von Interesse ist das Frachtschiff, 13 Meilen vor der Küste, auf das erste Jahrhundert v. Chr. zurückgehend, das die Ansicht einiger Historiker bestätigt, daß Caorle sich schon in der Römerzeit im Zentrum des gewerblichen Land- und Seeverkehrs befand (Bild n. 9).
Das Gebiet von Caorle war in der Tat Teil der Kolonie Julia Concordia (das sich am Kreuzungspunkt von der Via Postumia und der Via Annia befand), die heutige Stadt Concordia Sagittaria, die sich etwa 30 km landeinwärts von Caorle befindet. Julia Concordia hatte einen Hafen, den Plinius der Ältere im 238 v.Chr. Portus Reatinum benannte, wichtigster Marinestützpunkt des römischen Reiches an der nördlichen Adria. Julia Concordia wurde mit diesem Hafen durch den Fluss Reatinum verbunden, der anscheinend bis in das heutige Zentrum von Caorle reichte (Bild n.10). . Ab dem fünften Jahrhundert nach Christus durch den Zerfall des römischen Reiches und der Völkerwanderung, waren die Menschen des Hinterlandes gezwungen, auf die Laguneninseln, die schwer zu erreichen waren, zu fliehen und als im Jahr 568 die Langobarden Italien besetzten, haben sich die Flüchtlinge dauerhaft in diesem Gebiet niedergelassen.

Foto Storiche

Im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Stadt einer der Bischofssitze, die sich entlang der Küste ansiedelten, und so begann damit eine ununterbrochene Bischofpräsenz (gut 57 Bischöfe), die 12 Jahrhunderte andauerte.
In den folgenden Jahrhunderten waren die Schicksale von Caorle mit denen der Republik von Venedig verbunden. Als eine wichtige Stadt der "Dogado" (venezianischer Begriff für das Herzogtum des Dogen), erlebte Caorle eine Zeit großer Widersprüche: der große Wohlstand aus dem Handel führte zum Bau der Kathedrale (1038) und dem zylindrischen Glockenturm (um 1070) und verursachte aber auch große Kriege um die Kontrolle über die wichtigen Handelswege. Zum Beispiel, im Jahre 1378 kam die Flotte der Republik Genua an die nördlichen Adria, und zerstörte und plünderte die Stadt. Die Republik Venedig ging seinem Ende im Jahre 1797 zu, mit der Ankunft der französischen Armee, als Venedig erst unter die Vorherrschaft von Napoleon und danach unter die der Habsburger fiel. Caorle erlitt das gleiche Schicksal, bis 1866 die Einheit mit dem Königsreich Italien ausgerufen wurde. Das zwanzigste Jahrhundert wurde durch die zwei Weltkriege und durch große Urbarmachungen charakterisiert, die der Stadt neue Möglichkeiten des Fischfangs und der Landarbeiten boten.
Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, begann die Stadt, dank der Touristenströme, seine wirtschaftlichen Verhältnisse erheblich zu verbessern. Und so hat sich heute Caorle von einem alten Fischerdorf zu einer reichen Stadt verwandelt, die aktuell mehr als viereinhalb Millionen Touristen pro Jahr zählt.